Über Recycling

Die Erde bietet uns alle Rohstoffe, die wir brauchen. Wir müssen mit diesen Rohstoffen sorgsam umgehen, denn sie sind nicht unendlich vorhanden. Die Natur zeigt uns vor, wie perfekte Kreisläufe funktionieren. Kein Wertstoff löst sich in Nichts auf, vorhandene Ressourcen werden für Neues genutzt.

Wir schließen den Kreislauf, damit aus Verpackungen wieder Verpackungen werden.

Gebrauchte Kunststoffe sind Wertstoffe

Gebrauchte Verpackungen sind alles andere als wertloser Abfall. Im Gegenteil: Für uns sind sie ein wertvoller Rohstoff, den wir mit modernsten Technologien zu hochwertigen Rezyklaten aufbereiten. Aus diesen Rezyklaten entstehen im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft wieder neue Verpackungen.

Das ist unser „Closed-loop-Ansatz“.

Geballte Expertise

Die Recycling- und Produktionsbetriebe unter dem Dach der ALPLA Group profitieren gegenseitig von ihrer langjährigen Expertise. Die kunststoffverarbeitenden Betriebe wissen genau, worauf es in der Verarbeitung von recycelten Materialien zu neuen Verpackungslösungen ankommt. Experten aus der Produktentwicklung und Prozesstechnik arbeiten mit Recyclingexperten Hand in Hand – gemeinsam entwickeln sie Materialien und Herstellungsprozesse ständig weiter.

Warum Recycling Sinn macht

Recycling gibt gebrauchten Kunststoffen einen Wert. Das fördert die Ausgestaltung einer effizienten Wertstoffsammlung, ermöglicht das Schließen regionaler Stoffkreisläufe und untermauert die Weiterentwicklung nachhaltiger Recyclingtechnologien.

Denn Kunststoffe lassen sich sehr gut und energieeffizient wiederverwerten. Rezyklate verursachen im Vergleich mit Neuware um bis zu 90 Prozent weniger Treibhausgase. Zudem gilt: je mehr Wertstoffe recycelt werden, desto weniger Abfall landet auf Deponien oder in der Umwelt.

Recycling ist somit ein elementarer Bestandteil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.

Meilensteine

ALPLA begann das Recycling mit der ersten Post-Consumer-Recycling-Flasche (PCR-Flasche) bereits 1990. Weitere Milestones waren:

2005

ALPLA wird Joint-Venture-Partner im PET Recycling bei IMER, Mexiko

2005

Gründung der PET Recycling Team GmbH in Wöllersdorf, Österreich

2010-2012

ALPLA erwirbt PET Recycling Team in Wöllersdorf, Österreich

2010-2012

Bau des ALPLA PET Recycling Team Werks in Radomsko, Polen

2018

ALPLA hat als Partner der Ellen MacArthur Foundation bis 2025 das Ziel, 100% recycelbare Verpackungen sowie 25% recycelten Inhalt im Durchschnitt zu erreichen und rund 50 Millionen Euro in den Ausbau der weltweiten Recyclingaktivitäten zu investieren.

2019

Gründung von PRT Wolfen in Deutschland, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der FROMM-Gruppe

2019

Übernahme des HDPE Recyclers Suminco und Replacal, Spanien

2020

ALPLA präsentiert ein klimaoptimiertes Recyclingverfahren für PET dank der Umstellung des Recyclingverfahrens auf Ökostrom und Kompensation restlicher, nicht vermeidbarer Emissionen durch CO2-Zertifikate gemeinsam mit den ALPLA Kunden

2021

ALPLA investiert im Rahmen eines Joint Ventures gemeinsam mit Ecohelp und UPT in den Bau einer PET-Recyclinganlage in Targu Mures, Rumänien.

2021

Übernahme von BTB PET-Recycling mit Sitz in Bad Salzulfen, Deutschland. Das Unternehmen verarbeitet gebrauchte PET-Flaschen zu Recyclingmaterial.

2021

Eröffnung eines neuen HDPE-Recyclingwerkes in Toluca, Mexiko. Gleichzeitige Ankündigung der Verdoppelung der Recyclingkapazität ab der zweiten Jahreshälfte 2022.

2021

Erhöhung des Investitionsziel für den Bereich Recycling im Rahmen des Global Commitment der New Plastics Economy auf 50 Millionen Euro pro Jahr.

2022

Grundsteinlegung zum Bau der neuen PET Recyclinganlage PLANETA in Cunduacán, Mexiko. Das Projekt wird durch ein Joint Venture zwischen ALPLA und Coca-Cola FEMSA ermöglicht.

2022

Übernahme des Recycling-Unternehmens Texplast von der FROMM Gruppe sowie sämtlicher Anteile am gemeinsamen Joint Venture PET Recycling Team Wolfen. Deutliche Steigerung des jährlichen Verarbeitungsvolumen in Deutschland.

2022

Inbetriebnahme des Recyclingwerks Envicco für PET und HDPE in Rayong, Thailand, in Kooperation mit PPT Global Chemical.

2023

Produktionsstart der modernen PET-Recyclinganlage in Targu Mures, Rumänien im Rahmen eines Joint Ventures mit Ecohelp und UPT. Die Jahreskapazität beträgt 18.000 Tonnen rPET

2023

Bis zu 87% CO2: Eine neue Berechnung des Product Carbon Footprints bestätigt die Klimaschutzwirkung von recycelten Kunststoffen.

2023

ALPLA bündelt alle Recyclingaktivitäten unter der neuen Marke ALPLArecycling.

2024

Neue Recyclinganlage "Planeta" in Mexiko: Nach der Grundsteinlegung in den Jahren 2022 und 2023 erfolgt 2024 die Abnahme aller Anlagen und der Produktionshochlauf.

2024

Das neue Recyclingwerk in Ballito, Südafrika, befindet sich derzeit im Bau. Die ersten Maschinen werden in naher Zukunft installiert, so dass die Produktion 2024 aufgenommen werden kann.

Q&A

Wie viele gebrauchte Verpackungen werden tatsächlich recycelt?

Das kommt vor allem auf die Recyclingfähigkeit der Verpackung und die vorhandene Sammelinfrastruktur im jeweiligen Land an. Laut Daten der Europäischen Union wurden in Europa im Jahr 2020 rund 46 Prozent aller Kunststoffverpackungen recycelt, im Jahr 2005 waren es nur 24 Prozent. Am wichtigsten ist jedoch, dass das Rezyklat auch wieder für Verpackungen eingesetzt wird. Laut der Ellen MacArthur Foundation stieg der globale Rezyklateinsatz zwischen 2018 und 2021 um rund 108% von 4,8% auf 10%. Das mag auf den ersten Blick nach wenig aussehen, zu bedenken ist jedoch, dass diese Menge im sehr hochwertigen Verpackungskreislauf gehalten wird. Damit können jährlich Tausende Tonnen Neumaterial eingespart werden. Gebrauchte Kunststoffe sind deshalb ein hervorragender Wertstoff, der noch konsequenter sortiert und recycelt werden muss. ALPLA unterstützt dieses Ziel weltweit mit eigenen Recyclingwerken und Kooperationen.

Warum können nicht alle gebrauchten Verpackungen recycelt werden? Wie kann man das verbessern/ändern?

Bei der Entwicklung von neuen Verpackungen werden bei ALPLA die Grundsätze von „Design for Recycling“ angewendet. Die ALPLA Experten achten bereits zu Beginn des Lebenszyklus darauf, dass die Kunststoffverpackungen möglichst gut für die Wiederverwertung geeignet sind. Problematisch sind häufig Verpackungen aus Verbundmaterialien oder mehrschichtigen Folien. Die können nur mit großem Aufwand recycelt werden. Auch darauf haben wir bereits Antworten und eine beutelähnliche Nachfüllpackung aus HDPE entwickelt, die zu 100 Prozent recycelbar ist.

Setzt ALPLA nur recycelbares Material ein oder werden auch Kunststoffe verwendet, die sich nicht recyceln lassen?

Ziel von ALPLA ist es, dass bis 2025 alle Verpackungen zu hundert Prozent recycelbar sind. Die eingesetzten Kunststoffarten – überwiegend PET (56%)* und HDPE (39 %)*, wesentlich kleinere Mengen PP und LDPE – sind grundsätzlich sehr gut recycelbar. Verbesserungspotenzial gibt es in manchen Bereichen dennoch: Zum Beispiel, wenn Flasche und Verschluss aus verschiedenen Materialien bestehen oder Additive beigesetzt werden, welche die Qualität der Rezyklate beeinträchtigen können. Mit konsequentem „Design for Recycling“ werden die Verpackungslösungen von ALPLA in den kommenden Jahren in dieser Hinsicht weiter optimiert. 

[*Zahlen aus 2022, Anteil am gesamten Materialverbrauch] 

Was bringt Kunststoffrecycling für die Umwelt? Lohnt es sich überhaupt?

Recycling schließt den Kreislauf und verhindert, dass gebrauchte Verpackungen in die Umwelt gelangen. Aus den Rezyklaten können wieder neue Verpackungen hergestellt werden. Sowohl fossile als auch nachwachsende Ressourcen als Basismaterial für Kunststoffe werden dadurch geschont. Zudem leistet Recycling einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz. Recycelte Kunststoffe verursachen bis zu 90 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Neuware.

Warum werden so viele Kunststoffabfälle verbrannt?

Kunststoffabfälle sollten nur dann verbrannt werden, wenn weder mechanisches noch chemisches Recycling ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind. Die thermische Verwertung der Abfälle ist in diesem Fall besser als die Deponierung, dabei wird zumindest die kalorische Energie der Kunststoffe in Form von Wärme genutzt. Die Deponierung sollte völlig vermieden werden. Durch den weltweiten Ausbau von Recyclinganlagen und die zunehmende Verbesserung von Sortier- und Recyclingtechnologien steigen die Recyclingquoten aber kontinuierlich an.

Sind recycelte Kunststoffe sicher oder gefährden sie die Gesundheit?

Für die Herstellung von Verpackungen dürfen nur dafür zugelassene Materialien verwendet werden. Besonders für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen gelten sehr strenge Vorschriften, das gilt natürlich auch für Recyclingmaterialien. Die Qualität wird regelmäßig von ALPLA sowie von externen Partnern kontrolliert.

Warum sind Verpackungen aus recycelten Kunststoffen umweltfreundlicher?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Verpackungen mit einem hohen Anteil an recycelten Kunststoffen niedrigere Umweltauswirkungen haben, da die Herstellung der Recyclingmaterialien weniger Treibhausgasemissionen verursacht als die Herstellung von Neuware. Das wirkt sich sehr positiv auf die Ökobilanz von Verpackungen mit hohen Recyclinganteilen aus.

Warum können nicht alle Verpackungen zu 100 Prozent aus recycelten Kunststoffen hergestellt werden?

Es gibt bereits Verpackungen, zum Beispiel für Mineralwasser oder auch Reinigungsmittel, die zu 100 Prozent aus Recyclingkunststoffen bestehen. Allerdings sind die Recyclingquoten bislang noch nicht so hoch, dass damit der gesamte Materialbedarf für die Herstellung von Verpackungen gedeckt werden kann. Die Anteile von Recyclingmaterial in Verpackungen werden – nicht zuletzt aufgrund entsprechender Gesetze – weiter steigen. Dennoch wird auch in Zukunft ein gewisser Anteil an Neuware notwendig sein.

Was bedeutet PCR?

PCR ist eine Abkürzung für Post-Consumer-Recycled. Bei ALPLA bedeutet Recycling die werkstoffliche Verwertung nach dem Gebrauch. Und unter dem Begriff Post-Consumer verstehen wir Verpackungen, die von Endverbrauchern (Haushalten) entsorgt und von Entsorgungsunternehmen gesammelt und vorsortiert werden. Anschließend werden die Verpackungen nach den Vorgaben der Verwerter zu Ballen gepresst, zu den Verwertern transportiert und zu rPET- und rHDPE-Granulat verwertet – immer mit den in unseren Datenblättern beschriebenen Eigenschaften. PCR unterscheidet sich somit von PIR (Post Industrial Recycled).

Was ist der Unterschied zwischen mechanischem und chemischen Recyling?

Beim mechanischen Recycling wird das Material physikalisch umgewandelt. Dabei bleibt das Polymer während des gesamten Recyclingprozesses in seiner Struktur erhalten.

Beim chemischen Recycling wird das Material auf einer chemischen Ebene umgewandelt. Polymere werden z.B. wieder in ihre Monomerbausteine zerlegt und neu zusammengesetzt.

Für uns bei ALPLA bedeutet Recycling in erster Linie mechanisches Bottle-to-Bottle Recycling.

Was bedeutet Abfallhierarchie?

Die Abfallhierarchie gibt eine Prioritätenfolge in der Behandlung von Abfällen vor. An erster Stelle steht dabei die Abfallvermeidung, gefolgt von der Wiederverwendung oder Vorbereitung der Abfälle z.B. durch Reinigung oder Reparatur. Die nächste Stufe umfasst Recycling, danach kommt die sonstige Verwertung, wie z.B. Verbrennung. Ganz zum Schluss folgt die Deponierung von Abfällen, die im besten Fall immer vermieden werden sollte.

Was ist der Unterschied zwischen Design for Recycling und Design from Recycling?

Design ist ein weitläufiger Begriff, der nicht nur in Kunst, Architektur oder Mode seine Anwendung findet. Auch bei ALPLA erfüllt das Design der Verpackung verschiedenste, wichtige Zwecke wie z.B. Information, Schutz und Praktikabilität sowie nachhaltige Aspekte wie Recyclingfähigkeit, Wiederverwendbarkeit oder Leichtgewichtigkeit. Unser Ziel ist es, Verpackungen so zu designen, dass sie einerseits nach dem Bottle-to-Bottle Prinzip wiederverwertbar sind als auch zum ökonomisch und ökologisch sinnvollsten Anteil aus Recyclingmaterial bestehen können. Das nennt man dann Design from Recycling. Gesamtheitlich verfolgen wir also das Konzept von Design for Circularity.